Gebäudediagnostik: gut planen, schadenfrei bauen, gesund wohnen!

Ein Schwerpunkt für Dipl.-Bioingenieur Michael Sievers als freier Sachverständiger und Baubiologe sind die unter dem Stichpunkt Gebäudediagnostik aufgeführten Dienstleistungen.

Gebäudediagnostische Untersuchungen sind zur Planung für ein schadenfreies Bauen und Modernisieren erforderlich oder dienen als Instrument der Prüfung bei bestehenden Gebäuden. Zum Thema Energieberatungen, die ebenfalls zur Gebäudediagnostik gezählt werden, finden sie unter dem Punkt Vor-Ort-Beratung ausführliche Informationen. Als weitere Dienstleistungen bieten wir die im Folgenden erläuterten gebäudediagnostischen Untersuchungen an.


Feuchtigkeitsmessungen und Untersuchungen des Raumklimas:

Feuchtigkeitsmessungen werden mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt. Sie dienen in der Regel der Aufspürung von Leitungsleckagen oder zur Ursachenfindung z.B. bei feuchten Wänden oder bei Schimmelwachstum. Vor Ort erfolgen die Messungen zerstörungsfrei mit Hilfe von Widerstands- oder elektromagnetischen Messverfahren. Der Einsatz von Datenloggern über mehrere Tage hat sich bewährt, um das Raumklima einer Wohnung oder eines Raumes beurteilen zu können und Aussagen über Heiz- und Lüftungsverhalten sowie über Wärmebrücken und den möglichen Einfluss auf Schimmelwachstum treffen zu können. Wenn zerstörungsfreie Messungen nicht zum Ziel führen, kommen zerstörende Methoden zum Einsatz. Ob ein Bauteil wirklich feucht ist, lässt sich oft erst mit der Messung der Ausgleichsfeuchte im Bohrloch oder endgültig mit der Feuchtebestimmung nach der Darr-Methode im Baustofflabor nachweisen. Auch wenn durch bautechnische Maßnahmen der Eintrag von Feuchtigkeit in Bauteile von außen abgestellt wird, können Salze aufgrund ihrer hygroskopischen (wasseranziehenden) Eigenschaft dafür sorgen, dass das Bauteil feucht bleibt. Zur erfolgreichen Sanierung von salzbelastetem Mauerwerk ist die Kenntnis der beteiligten Salze erforderlich.


Bestimmung der Luftdichtheit mittels Blower Door:

Eine luftdicht ausgeführte Gebäudehülle

•    erhöht die Energieeffizienz,
•    erhöht den Wohnkomfort,
•    vermeidet Bauschäden,
•    stellt die Funktion von Lüftungsanlagen sicher,
•    verbessert den Lärmschutz.

Geprüft wird die korrekte Ausführung der luftdichten Gebäudehülle mit einem so genannten Luftdichtheitstest, z.B. mittels einer Blower Door. Im Rahmen der Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäudehüllen nach DIN 13829 werden alle absichtlich beheizten, gekühlten oder mechanisch belüfteten Räumen nach Fertigstellung der Gebäudehülle auf Luftdichtigkeit überprüft. Diese Messung kann nur bei Windstärken ≤ 3 nach Beaufort durchgeführt werden und ist damit witterungsabhängig. Eine Luftdichtheitsprüfung ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV) zwar nicht vorgeschrieben, die luftdichte Ausführung der Gebäudehülle ist allerdings anerkannter Stand der Technik. Eine schlechte Ausführung bedeutet einen verdeckten Mangel. Für den Luftdurchlässigkeitsbeiwert n50 nach der Differenzdruckmethode (DIN EN 13829) gelten folgende Grenzwerte:

Gebäude mit natürlicher Lüftung n50 ≤ 3,0 1/h
Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen
n50 ≤ 1,5 1/h
Anforderungen an Passivhäuser (nach Dr. Feist) n50 ≤ 0,6 1/h

Die Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäudehüllen nach DIN 13829 zur Überprüfung der Anforderungen darf erst im fertigen Zustand der Gebäudehülle durchgeführt werden. Um eine ordnungsgemäße Messung zu gewährleisten, sollte während ihrer etwa zweistündigen Dauer (Einfamilienhaus) der Baubetrieb ruhen. Bei einer vorgezogenen Messung zur Qualitätssicherung in einem frühzeitigen Baufortschritt (die Luftdichtheitsschicht sollte noch an allen Stellen zugänglich sein) ist es sinnvoll, wenn nicht nur die Bauleitung, sondern auch die die beteiligten Gewerke ausführenden Firmen anwesend sind, so dass gemeinsam über Nachbesserungsmaßnahmen beraten werden kann.


Gebäudethermografie:

Eine thermografische Aufnahme zeigt Temperaturunterschiede auf der Oberfläche von Bauteilen an. Anhand der Oberflächentemperaturverteilung kann ermittelt werden, wo wärmetechnische Unregelmäßigkeiten in den Außenwänden vorhanden sind. Diese Unregelmäßigkeiten können Wärmebrücken, unterschiedliche Feuchtegehalte oder auch Luftströmungen sein.

Die Anfertigung von Außenaufnahmen hat den Vorteil, dass ein größerer Flächenbereich in einer Übersichtsaufnahme erstellt werden kann. Allerdings ist die Erstellung von Außenaufnahmen sehr stark von der Witterung abhängig und sie sind nur bei Nacht bzw. am frühen Morgen sinnvoll durchführbar.  Für eine genaue Analyse sollte aber in jedem Fall eine Innenthermografie durchgeführt werden. Die Anfertigung von Innenaufnahmen ist weniger vom Außenklima abhängig, vorhandene Wärmebrückenphänomene lassen sich durch die bessere Temperaturauflösung meist detailreicher abbilden. In den meisten Fällen ist eine Innenthermografie auch am Tage durchführbar. Ausgebaute Dachgeschosse mit hinterlüfteten Dächern bzw. bei hinterlüftete Außenwandkonstruktionen sind nur durch Innenthermografie zu bewerten.

Eine thermografische Aufnahme kann:

•    Fehler in der Bauausführung von Wärmedämmungen sichtbar machen,
•    die Ortung von Luftleckagen wesentlich erleichtern,
•    den sachgerechten Einbau von Fenstern nachweisen,
•    die Ursachen von Schimmelschäden lokalisieren
•    die Funktionsunfähigkeit einer Feuchtigkeitssperre darstellen,
•    die Lage von Heizungsrohren in der Wand oder im Boden anzeigen,
•    die Lage von Wärmebrücken, z.B. ungedämmten Geschossdecken, visualisieren,
•    verdecktes Fachwerk sichtbar machen,
•    u.v.a.m.

Die Gebäudethermografie ist gut geeignet zur Ergänzung der staatlich geförderten Vor-Ort-Beratung zur Energieeinsparung oder zur Aufspürung und Dokumentation von Leckagen bei der Prüfung der Luftdichtheit der Gebäudehülle. Die Ausführung einer Gebäudethermografie sollte nach der DIN EN 13187 durchgeführt werden.


Bauphysikalische Berechnungen:

Die Durchführung von bauphysikalischen Berechnungen ist notwendig, wenn ermittelt werden soll, wie gut ein Bauteil ist und ob es die dafür geltenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt.


U-Wert-Berechnung:

Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) ist ein spezifischer Kennwert eines Bauteils. Er wird im Wesentlichen durch die Wärmeleitfähigkeit und Dicke der verwendeten Materialien bestimmt, aber auch durch die Wärmestrahlung und Konvektion an den Oberflächen. Je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft.
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt U-Werte für Außenbauteile vor, die bei der Modernisierung von Altbauten nicht überschritten werden dürfen. Auch die KfW-Bank gibt U-Werte für Außenbauteile vor, die gefördert werden können, wenn sie eingehalten werden. Bei der rechnerischen Bestimmung von U-Werten wird gleichzeitig nachgewiesen, ob im Bauteil kritische Tauwassermengen anfallen können oder nicht.


Berechnung von Wärmebrücken:

Bei der Berechnung der Energiebilanz müssen Wärmebrücken berücksichtigt werden. Wenn kein besonderer Nachweis erfolgt, erfolgt ein Aufschlag auf die U-Werte aller Bauteile um bis zu 0,15 W/(m²K). Das trifft Bauwerke mit gutem Wärmeschutz besonders. Auch der reduzierte Zuschlag von 0,05 W/(m²K) nach Beiblatt 2 der DIN 4108 muss oft über teure Maßnahmen kompensiert werden. Bei der Berechnung zweidimensionaler Wärmebrücken können Häuser mit optimierten Anschlussdetails ohne oder mit wesentlich geringeren Zuschlägen nach EnEV auskommen. Dieser Nachweis muss jedoch detailliert geführt werden. Der „Lohn“ ist ein kostengünstiger Weg zu KfW – Förderkrediten bis hin zum Teilschuldenerlass. Wärmebrücken verursachen bei der Altbausanierung zudem niedrigere Oberflächentemperaturen, die zu Schimmel führen können. Bei der Altbausanierung ergibt eine Berechnung des Temperaturfaktors (fRsi) nach DIN 4108-2 mehr Planungssicherheit. Auch bei Schadensfällen kann zur Ursachenermittlung eine Berechnung hilfreich sein.


Hygrothermische Beurteilung von Innendämmungen:

Werden Außenwände mit Innendämmungen versehen, sollte das entstehende Bauteil hinsichtlich des Wärme- und Feuchtetransports durch die Konstruktion eingeschätzt werden. Dabei muss beachtet werden, dass die Berechnung der Konstruktionen mit stark vereinfachten Materialfunktionen sowie vereinfachten Transportgleichungen durchgeführt wird. Die Ergebnisse sind daher als Abschätzungswerte zu interpretieren. Durch den analytischen Berechnungsalgorithmus können sofort Ergebnisse nach Änderung der Konstruktion oder der Klimabedingungen erhalten werden.


Erstellung von Lüftungskonzepten:

Mit Ausgabedatum Mai 2009 wurde die aktualisierte Lüftungsnorm DIN 1946-6 veröffentlicht. Sie schafft Regeln für die Belüftung von Wohngebäuden (Neubauten und Sanierungen) und legt Grenzwerte sowie Berechnungsmethoden für den notwendigen Luftaustausch fest. Bei Neubauten und Sanierungen von Wohngebäuden muss ein Lüftungskonzept vorliegen – auch bei Einfamilienhäusern und bei Umbauten wie dem Austausch von Fenstern! Liegt dieses Konzept nicht vor, haftet der Planer für spätere Feuchte- oder Schimmelschäden! Bei der Modernisierung von Altbauten ist ein Lüftungskonzept notwendig, wenn im Ein- und Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. im Einfamilienhaus mehr als 1/3 der Dachfläche neu abgedichtet werden.

Die Kosten richten sich nach dem Untersuchungsumfang, der sich aus der Aufgabenstellung ergibt. Je nach Fragestellung können Laborkosten oder Kosten für weitere Untersuchungen anfallen.


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